Mehr Selbstbewusstsein nach OP ?

Für viele Menschen erscheinen die Beweggründe für eine Schönheitsoperation meist oberflächlich. Dies entspricht jedoch nur selten der Wahrheit. Denn neben der Verbesserung des eigenen Erscheinungsbildes geht es den PatientInnen vor allem um eines: die Verbesserung des Selbstwertgefühls und damit der allgemeinen Lebensqualität.

Jedes Jahr mehr als 200.000 Schönheits-Ops

Die Anzahl der Menschen, welche sich jedes Jahr einem operativen Eingriff unterziehen, um das Erscheinungsbild zu verbessern, ist groß. Zu den häufigsten Eingriffen gehört eine Brustvergrößerung. Von dieser erhoffen sich die PatientInnen ihrer Aussage nach ein gesteigertes Selbstbewusstsein. Dr. Günther Riedel bestätigt ebenfalls diese Information. In seinem Beitrag über den Zusammenhang zwischen der plastischen Chriurgie und der Lebensfreude weist der Chefarzt des SCIVIAS St. Josef Krankenhauses in Rüdesheim am Rhein darauf hin, dass die psychische Komponente der Schönheitsoperationen nicht von der Hand zu weisen sei.

Studien belegen ein erhöhtes Selbstbewusstsein durch Schönheits-Ops

Der Chefarzt der Abteilung für Plastische, Rekonstruktive, Ästhetische und Handchirurgie verweist bei seinem Beitrag auf einige Studien aus Bochum und Basel. Diese basieren auf den Befragungen von 550 Patienten, die sich einer Schönheits-OP unterzogen haben. Ihre Antworten wurden mit den Antworten von 264 Personen verglichen, welche zwar über eine Schönheits-OP nachgedacht haben, sich jedoch gegen diese entschieden haben. Daneben flossen in die Studie weitere Aussagen von rund 1000 Menschen ein, die nie an einer Schönheits-OP interessiert waren.

Die Studien ergaben, dass diejenigen PatientInnen, welche sich der Schönheitsoperation unterzogen haben im Gegensatz zu denjenigen Menschen, welche sich gegen diese entschieden haben, weniger Ängste und mehr Selbstwert empfanden. Bei einigen der Befragten kam es zu einer deutlichen Verbesserung der depressiven Zustände nach der Schönheits-OP. Negative Effekte der Schönheits-OPs konnten dagegen nicht festgestellt werden.

Daher stellten die Forscher fest, dass für die meisten Menschen, die sich dazu entschieden, sich für die Schönheit einer Operation zu unterziehen, die psychischen Faktoren im Vordergrund lagen.

Schönheits-Ops leiden weiterhin unter schlechtem Ruf

Trotz dieser Studienergebnisse sind Schönheits-Ops weiterhin verpönt. Doch warum ist es so? Tatsache ist, dass nur selten Menschen offen über Eingriffe sprechen oder diese sogar leugnen. Daneben wird in der Presse meist von missglückten Eingriffen gelesen. Dass die Anzahl der geglückten Eingriffe weitaus höher ist und die missglückten Fälle eher eine Seltenheit sind, wird dabei vollkommen übersehen.

Unrealistisches Schönheitsideal

Viele Menschen glauben, dass Schönheits-Ops tatsächlich süchtig machen. Immerhin wird dies in manchen Fällen tatsächlich beobachtet. Wenn Bilder von Frauen auftauchen, die es mit den Eingriffen übertrieben haben, wirkt dies alles andere als schön. Dasselbe kann man auch an bekannten Persönlichkeiten beobachten, welche durch die Eingriffe versuchen, das frühere Erscheinungsbild zu erlangen. Doch dies funktioniert nicht immer wirklich. Die Grundlage solcher Übertreibungen stellt ein unrealistisches Schönheitsideal dar, das in den Medien präsentiert wird. So wird einerseits die Entscheidung zu einem operativen Eingriff zwecks verbessertem Aussehen verpönt und andererseits wird ein Schönheitsideal angestrebt, dessen körperliche Maße nicht den gesunden Menschen entspricht.

Wenn es um Übertreibungen hinsichtlich der Anzahl der Schönheitsoperationen geht, so handelt es sich meist, Studien zufolge, um Minderheiten. In solchen Fällen liegt es an den Chirurgen, verantwortungsvoll zu handeln und die Operation abzulehnen.

Vertrauen in den behandelnden Arzt

Der Entschluss zu einer Schönheits-OP verlangt in erster Linie nach einem vertrauensvollen Arzt. Daher sollte man immer einen Facharzt aufsuchen, welcher die entsprechenden Referenzen vorweisen kann. Zudem nimmt sich solch ein Arzt immer ausreichend Zeit für ein Beratungsgespräch. Immerhin hängt das Endresultat von den gesteckten Zielen ab. Und diese müssen realistisch sein. Der behandelnde Arzt liegt diese Ziele mit seinen PatientInnen vor dem Eingriff fest, wobei den Betroffenen nicht vorgemacht wird, dass unerreichbare und unrealistische Ziele erfüllt werden können.

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Posted on: 08/03/2018, by : admin

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